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HOUSE
OF ROCK- GERMANY-
MARISA
YEAMAN - Pure Motive (Deep Pearl Records)
Wenn man genervt ist von den Hürden und Zwängen, die einem die
Plattenfirmen, wo auch immer auf der Welt, auferlegen, greift
man kurz entschlossen zur Selbstinitiave. Mit 3 EP's im Rücken
und dem unbedingten Willen nun ihr erstes Soloalbum zu veröffentlichen,
setzt die blonde Australierin Marisa Yeaman auf eben diese Option
und finanziert und produziert ihr Longplay-Debut "Pure Motive"
auf eigene Faust.
Herausgekommen
ist dabei eine recht ordentliche und vielseitig angelegte Platte,
die sich innerhalb des weiten Spannungsfeldes zwischen Singer-Songwriter,
Folk, leichten Blues-Anleihen und einer Prise Pop orientiert
und dabei zum Glück niemals den roten Faden verliert.
"Pure
Motive" überrascht mit einer gesunden Mischung aus akustischen
und elektrischen Anteilen, wobei die auf akustische Gitarren
plus Gesang reduzierten Songs, die durchaus reizvollere Variante
darstellen. Hier entfaltet Marisas Stimme das nötige Charisma,
um ihre persönlichen 'road movies' eindringlich zu vermitteln.
Die im vollen Bandkontext angebotenen Tracks überzeugen nicht
immer vollends, weil sie stellenweise den Eindruck hinterlassen,
die Musiker seien nicht hundertprozentig aufeinander eingespielt.
Da fehlt der ultimative Kick, die Combo agiert nicht so 'tight',
wie man es sich wünscht, obwohl die Songs an sich reif genug
klingen.
Da
beeindrucken trotz oder grade wegen aller Reduktion, die gemeinsam
mit Gitarrist Andrew Pendlebury geschriebenen Songs wie Watching
fire burn, Nightskin, Gasoline and fire und Little girl lost
um so mehr durch ihre unangestrengte Atmosphäre, die ständig
den Eindruck einer spontanen 'first take'-Aufnahme vermitteln
und absolut selbstverständlich daherkommen. Da sitzen zwei Leute
vor dem Mikro und musizieren. Das nennt sich dann "Pure Motive"
und trifft eindeutig der Kern der Sache.
Das
komplette Album überzeugt letzlich durch seinen puren und reinen,
völlig unprätenziösen Sound. Die Songs bieten gute Ansätze,
weil Marisa ihre Songwriter-Lektionen bis hier hin gut gemeistert
hat. Erkennbar wird allerdings auch, dass Yeamans Weg noch lange
nicht zu Ende scheint.
Frank Ipach- Germany
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